that´s all folks

Klar freu mich auf Euch. Auch auf meine Stadt, die mir jetzt mal wieder ein bisschen kleiner vorkommt. Und auf Großschreibung und Umlaute.

In den letzten Wochen hat sich das Gefühl eingeschlichen, langsam wirklich in dieser Stadt zu Hause zu sein. Ich werde Dinge vermissen, die mir hier ans Herz gewachsen sind. Ich habe grossartige Menschen kennengelernt und werde vielleicht ein paar davon auch behalten. Ich werde die Reise zwischen den verschiedenen Welten vermissen, deren Teil ich hier war: meine poshe law firm, die Konzerte und Bars in der Lower East Side und meine hood in Brooklyn. Keine wirklich guten cream cheese bagel mehr, die ich mir auf dem Weg von der U-bahn ins Büro mitnehme und keine 1lb-cheeseburger, rare cooked, mehr zum lunch. Ab jetzt hören die Häuser wieder nach dem sechsten Stock auf und gute Konzerte gibts höchstens alle zwei Wochen.

So what, die Flüge sind billig. Und rave is back.

9/11 hoax

ground zero

Ich bin ja ein bisschen nachlaessig geworden was mein diary betrifft, seit Alex hier aufgeschlagen ist. Morgens kann ich einfach nicht mehr schreiben, weil ich seitdem noch mehr trinke und sich die kopfschmerzen sich nicht foerderlich auf meine kreativitaet auswirken und nach dem lunch verlasse ich auch schon fast das office, es gibt ja noch soviel zu sehen hier.

9/11 jedenfalls habe ich mir ein paar stunden morgens freigenommen um mir vor der arbeit die zeremonie downtown mit buergermeister Bloomberg und GWB anzuschauen, ein paar blumen dazulassen und mir die tausenden von verrueckten anzuschauen, die immer noch davon ueberzeugt sind, dass wahlweise die CIA, der Mossad oder die Port Authority zusammen mit der immobilienmafia die flugzeuge in die tuerme gejagt haben. Ein beeindruckendes beispiel fuer des gewicht der meinungsfreiheit hier, dass diesen spinnern sogar am 5ten jahrestag der angriffe erlaubt wird, den hinterbliebenen der opfer auf die nerven zu gehen.

Oben die lichttuerme am abend mit der skulptur, die urspruenglich vor dem suedturm stand und unversehrt blieb. Allerdings stehen die beiden scheinwerfer gar nicht im pit am frueheren standort der tuerme, sondern auf einem parkhaus neben der grube.

Live ist besser?

Mein erster und wohl auch einziger (Leigh, Andreas? Hallo?) besuch aus der heimat – Alex – sass gestern gestern endlich mit einer drei flaschen bier auf dem stoop (runterscrollen bis popular culture…) vor meinem haus und verbreitete ausgesprochen gute laune. Bilder werden nachgereicht, sobald ich das verdammte kabel wieder finde. Endlich kann ich jemandem diese stadt live zeigen. Was doch einfach mal viel besser ist, als hier immer nur meine begeisterung in unvollkommene worthuelsen zu pressen.
Nach einem zwischenstopp in meiner neighborhood-stammbar bei Steve’s (sonntag wieder BBQ im backyard) den zug nach mhat geentert und zum date mit Bermuda-Gordon und seine flamme Kel aus der Upper East Side. Dass wir die beiden ausgerechnet (nicht meine wahl) im Loreley, dem German Beergarden treffen mussten, hat die jet-lag geplagte Alex mindestens genauso fertig gemacht, wie Kelly’s, sagen wir, offensive Kommunikationsversuche. So what, ich mag die uebergedrehte NYer Goere.
Ach ja: Ziel der ganzen sache war ja dann der Bowery Ballroom mit den ueberall zu schnellem ruhm gekommenen Junior Boys. Diverse ueber den atlantik geschickte mp3s (danke auch!) haben mich zwischenzeitlich ueberzeugt, dass da ein neuer stern am electropophimmel aufgeht, dessen bahn zu verfolgen sich lohnt. Schoen auch, dass ich in Berlin (ausser Alex) erstmal fuer ein paar monate der einzige sein werde, der sie schon live gesehen hat.
Was auf am kopfhoerer kein manko war, sehr gemaechliche herangehensweise und tempi, hat sich leider – ich sehe schon die koerbe voller hassmails von Euch – live nicht bewaehrt. Die drei kandischen jungs haben unambitioniert ihre aktuelle platte und ein paar aeltere stuecke runtergspielt, ohne auch nur ein wenig druck hinter die doch sehr relaxten stuecke zu packen. In einer lounge zu fingerfood und cocktail o.k., in einem der schoensten poptanzsaele dieser stadt aber einfach zu wenig, um in mir und allen anderen etwas zu bewegen, geschweige denn die beine. Lediglich bei In this Morning (s.u.) kam etwas spannung auf.
Und die an die Martini Broes erinnernden weissen strampelanzuege waren auch etwas albern. Schade. Vielleicht entwickeln sie ihre livequalitaeten ja noch bis sie mal nach Berlin kommen.

Nachsendeauftrag geschaltet?

Mein Mama hat jetzt internet. Und hat ihre erste email wem geschrieben? Natuerlich mir, ihrem letztgeborenen. Was meine ruehrung noch steigert, ist, dass sie sich und mich besorgt fragt, ob die emails wohl auch den weiten weg nach amerika finden…

Nur, das heisst, sie kann mit dem unserer familie mitgegebenen geschick auch diese seite hier finden. Ab jetzt bitte alle auf jugendfrei umschalten.

Boogaloo, 168 Marcy Ave, Brooklyn

Kaum zuhause in NYC, schon der erste erwaehnenswaerte rave. Wenn auch in einem winzig kleinen laden; techno ist hier nicht der grosse deal, der er bei uns gluecklicherweise immer noch ist. Schwitzende endorphingepushte teenager, 4mal4 meter tanzflaeche, DJs, die angesichts ihres erheblichen substanzkonsums ihren schnellen haenden mit den augen nicht mehr folgen konnten. Und mit einem von ihnen, Zack Shadetek mit kuenstlernaemen, habe ich beim gemeinsamen toilettenbesuch auch gemeinsame bekannte bei bitchpitch ausgemacht. Das beduerfnis, wichtige gespaeche nach hause zu fuehren, hat diese liason leider beendet. Schoen auch zu hoeren, dass ihr fast zeitgleich eine gute nacht in der Panoramabar mit den schweizern hattet. Wartet nur bis ich wirklich zuhause bin.

btw: Ellen hat wohl vorgestern hier gespielt, als ich noch auf dem weg von SF nach NYC war. Mist.